Aufgaben- und handlungsorientierte Didaktik

Das im Jahre 1980 aufkommende neue Lehrmodell, die Aufgaben- und handlungsorientierte Didaktik, schließt neben der Lehre vom Lehren auch das selbstständige und an Handlungen geknüpfte Lernen mit ein. Das Zentrum der Aufgaben- und handlungsorientierten Didaktik bildet ein ganzheitliches und übergreifendes Lernen.

Johann Henrich Pestalozzi
Der erste Pädagoge, der die ganzheitliche Lehrmethode systematisierte, war der Schweizer Johann Heinrich Pestalozzi (1746 – 1827). Den Kern seiner pädagogischen Anschauungen stellt die Ausarbeitung der umfassenden „Erziehung zur Selbsterziehung“ dar. Diese umfangreichen Betrachtungen bilden den Inhalt seines Werkes „Wie Gertrud ihre Kinder lehrt“, welches er 1801 verfasste.

Inhalte der Aufgaben- und handlungsorientierten Didaktik
Eine grundlegende Veränderung gegenüber der Didaktik-Modelle, die zuvor angewandt wurden, umfasst die Funktion der unterrichtenden Lehrperson.
Sie besteht in dem handlungsorientierten Konzept hauptsächlich daraus Anleitungen, Anregungen und Hilfestellungen zu geben. Demnach rückt die Lehrkraft aus dem Zentrum des Unterrichts an den Rand und dient als Anstoß gebender Betreuer, Beobachter und Begleiter. Der Lernende erschließt sich Themengebiete somit weitgehend selbstständig und verantwortungsbewusst. Der Weg zum Wissenserwerb ist damit also ein interessenorientiertes, kreatives, experimentelles und freies Lernen.

Das Lernen ist darüber hinaus immer an konkrete Handlungen geknüpft, dabei wird hinterfragt wie Wissenserkenntnis genutzt und praktisch umgesetzt werden kann. Wissen wird so in sinnvolle, anwendbare und aufgabenorientierte Kontexte gerückt. Hier wird deutlich, dass die „Aufgaben- und handlungsorientierte Didaktik“ ein Lehrmodell darstellt, welches Lernen mit „allen Sinnen“ beinhaltet. Das Lernen wird zu einer Symbiose von Geist, Charakter und Körper.

Ein weiterer Aspekt, den dieses neuartige Lehrmodell umfasst, ist die Entwicklungen von Persönlichkeit und Selbstvertrauen. Durch freiheitliches Lernen sollen individuelle Persönlichkeitsmerkmale verstärkt und gefördert werden. Die „Aufgaben- und handlungsorientierte Didaktik“ stellt somit eine Erziehung zum selbstständigen Menschen mit eigenen, selbstentwickelten Haltungen, Anschauungen und Werten dar.