Bildungstheoretische Didaktik

Wolfgang Klafki hat die Bildungstheoretische Didaktik in den 50 Jahren begründet. Sie ist in erster Linie eine Didaktik der Bildungsinhalte. Sie legt ihr Hauptaugenmerk auf die Begegnung des Schülers mit der kulturellen Umwelt. In den 80ziger Jahren entwickelt er die bildungstheoretische Didaktik zur kritisch-konstruktiven Didaktik weiter.
Die Bildungstheoretische Didaktik richtet ihre Aufmerksamkeit auf die Erfassung von fachlichen Inhalten für den jeweilig einzelnen Schüler. Nach welcher Art und Weise Bildungsinhalte für den Schüler erschlossen werden, klärt Klafki anhand drei didaktischer Begriffe. Diese Begriffe klassifizieren auch das Verhältnis zwischen dem Allgemeinen und Besonderen in Unterrichtsinhalten. Wobei Klafki davon ausgeht das jeder besondere Unterrichtsinhalt auch immer den allgemeinen Inhalt miteinschließt. Grundsätzlich geht es Klafki darum, Erfahrungen und Lernmöglichkeiten für den einzelnen Schüler auszumachen:

  1. Das Elementare: ist die Vermittlung eines allgemeinen Prinzips z.B. physikalische Gesetze
  2. Das Fundamentale: ist die Vermittlung von Grunderfahrungen und grundlegenden Einsichten z.B. die naturwissenschaftliche Erkenntnissuche
  3. Das Exemplarische: ist die Vermittlung und Vertiefung anhand von logischen Beispielen, welche immer das allgemeine abbilden sollen.

In der bildungstheoretischen Didaktik geht es primär darum, dass methodische Fragen erst dann geklärt werden können, wenn sie sich auf bestimmte inhaltliche Aufgaben beziehen. Dies nennt sich das „Primat der Didaktik“.

Die bildet sich auch auf der Ebene der Unterrichtsplanung ab: zuerst erfolgt eine didaktische Analyse und dann erfolgt die methodische Vorbereitung.
Im Laufe der Zeit erfolgt eine Kritik an der starken inhaltlichen Ausrichtung der bildungstheoretischen Didaktik. Der Vorwurf kam auf, dass Klafki die Bildungsidee der herrschende Gesellschaftsverhältnisse. Klafki modifizierte seine Didaktik und entwickelte sie dann zur kritisch-konstruktiven Didaktik weiter. Klafki fordert, den Unterricht so zu gestalten, dass er den drei grundlegenden Zielstellungen des Unterrichtes entspricht:

  • Selbstbestimmungsfähigkeit
  • Mitbestimmungsfähigkeit
  • Solidaritätsfähigkeit

„Konstruktiv“ meint nach Klafki, die Öffnung der Didaktik aus der festen und etablierten Unterrichtsgestaltung zu einer Schaffung konkreter Zukunftsräume für eine sich verändernde Praxis. Die Neuorientierung der Didaktik führt im konkreten zu einer praktischeren Herangehensweise bestimmter Fragestellungen. Die Schlüsselprobleme

  1. Umweltfrage
  2. Ungleichheit der Menschen
  3. Umgang mit neuen Technologien